Hannes Hofstetter, Die Mühe des Sisyphus II,1998 (Artikelnummer: )

Hannes Hofstetter
Die Mühe des Sisyphus II,1998
Acryl auf Leinwand
140 x 190 cm

Metalle Steine und Fernseher
Wenn nicht der Tatsache Rechnung getragen wird, dass die Mehrdeutigkeit der obligatorische Weg ist auf positive Werte zu bekommen, sieht man in den Arbeiten von 1997 keine weitergehenden Entwicklungen.  Die Komplexität der neuen Arbeiten ist verborgener und essenzieller, auch wenn es visuell nicht so deutlich ist, wie in den vorher gehenden Bildern (Fülle von Zeichen und Formen).
    Wir sehen es in zwei sehr verschiedenen Zyklen: “Steine" "Metalle“. Es ist, als ob der Künstler, sowohl bearbeitet als auch in ihrem natürlichen Zustand belassen, die Materie präsentiert und um die Substanz zu durchdringen in die Materie eindringt, mit dem Zoom das Detail vergrößert und isoliert.
Aber auch Metalle sind nicht nur Materie: Sie treten ein in das kosmische Leben um das, was verborgen ist, ans Licht zu bringen, und damit zu arbeiten. Es ist das Leben des Untergrundes, das sich nur teilweise als komplizierter und geschichteter Baugrund der menschlichen Innerlichkeit enthüllt.
    "Metalle". Aluminium, Zink, Blei, Kupfer als reguläre Platten und auch nicht, glänzend oder matt, aber auch Teer, Holzspäne, Sand, Filz (nicht eine Hommage an Beuys), Klebstoffe, Pigmente. In jedem Fall ist der Künstler weit entfernt von jeder illusionistische Wirkung,und täuscht nicht vor mit den „Nicht-“ Malmaterialien das Malen zu ersetzen. Die Notwendigkeit der Realität ist die grössere Ressource des Erfindens.
    „Steine". Ihre Symbolik haben wir bereits erwähnt. Die Arbeiten des Zyklus präsentieren zeigen geschnittene Steine mit vertikal gefurchten Einschnitte, die einen regelmäßigen Rhythmus haben an dem auch die Farbe teilnimmt: Ocker, hellgrün, weiß. Das Gewicht das die grossen Massen im Grund verankert, findet eine Korrespondenz in einer Art Treppe, die ohne Grenze nach oben führt. Es ist die Fragestellung des Willens, der Planung und des menschlichen Handelns in Bezug auf einer Materie in Erwartung auf architektonischer Intervention, durch die die "neue Welt" erbaut wird.
Nicht nur in abgelegenen kosmologischen Interpretationen, sondern auch in den künstlerischen Realisierungen von Hofstetter stehen die“Steine"  nicht im Widerspruch zu den“Metallen“, Arbeiten weit weg von informellen Lösungen, trotz der deutlichen Heterogenität der Materialien und deren Behandlung. Die regelmäßige Formen, die die Art des Metalls hervorzuheben sind sehr häufig, der starke konstruktiven Charakter der Produktion des Künstlers wird bestätigt. Die Dinge des Raumes, mit den Mitteln der Malerei, geben Raum für Gedanken und Emotionen.
    Typischerweise ist die symbolische Interpretation umfangreich, enthält viele widersprüchliche Bedeutungen. Wir müssen nicht darauf bestehen, um nicht die wirklich künstlerische Werte zu unterdrücken.  Natürlich ist der Vorteil, sich auf die auf die Strasse der Symbole zu begeben und auf sich auf dem Weg der Entdeckung der Kontinuität zwischen den nicht nur verschiedenen, sondern entgegengesetzten Dingen zu machen. Und so haben die Metalle kosmische Aspekte, wie die Natursteine oder die bearbeiteten Steine menschliche Bezüge. Aber man riskiert den Künstler auf Grund zu setzen mit den Symbolen. Es ist aber der Stil, in dem sich die originalen  Ausdrucksqualitäten zusammenfassen, es ist der Künstler und nicht die Symbole.
    Von den Zyklen “Metalle" und "Steine", die nicht als naturalistisch definiert werden könnten, kehrt  Hofstetter mehr explizit zum Menschen und dem Heute zurück. In "Fernseher" im Jahr 1997 gibt es zwölf  Monitore die zum Inhalt  inhaftieren Personen, Ereignisse und Dinghaben unter einer dicken Schicht von Gelatine. Die Bilder geben ein Gefühl von Kühle und Entfremdung, eine zufällige Gleichzeitigkeit, ohne Verbindung. Herkömmliche Bilder, Verbraucher Mythen, in denen die Protagonisten sind der oberflächlichen Optimismus und Euphorie, die mehr oder weniger bewusst Leere und Orientierungslosigkeit zu verbergen versucht. Es ist gleichgültiges Kommunizieren, aber nicht ohne Unbehagen, das Zappen, die schnellen Kontakte mit den Bildern, bei denen Beurteilung der Bedeutung nicht interessiert.
Aber das ist nicht die endgültige Idee den Künstlers über das menschlichen Dasein. Er fühlt sich nicht allein, besteht nicht darauf zu denunzieren, setzt in den Mittelpunkt die Lust an der Entdeckung und am Konstruktiven; weiß, sie dass es viele Menschen gibt, die wie er hartnäckig fortfahren weiter zu forschen in der positiven Mehrdeutigkeit der unerschöpflichen Ressourcen.

Francesco De Bartolomeis

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